CHINA // 2.000 v. Chr.

Im damaligen China gab es Meister der Gesichtlesekunst (Siang Mien), die ihr Wissen im inneren Zirkel streng behüteten und nur mündlich weiter gaben. Erst in späterer Zeit wurde das Wissen niedergeschrieben und dokumentiert.

Das Interesse galt der Persönlichkeit und dem Charakter eines Menschen, sowie das Analysieren der Lebensaufgabe – sogar das Schicksal eines Menschen wurde gelesen. Ein weiterer Bestandteil des Gesichtlesen, war das Wissen über Krankheiten und Mängel.

Die damaligen Meister – angesehen als große Doktoren und Berater – wurden gerne vom Adel und Mächtigen in Anspruch genommen, da sie so einen Vorteil für Ihren Machterhalt sahen.

In China wurde das Face Reading so erfolgreich, dass es stetig verfeinert und an Schulen gelehrt wurde – und zwar keineswegs als simple Technik oder abstrakte Kunst, sondern als ernstzunehmende Wissenschaft.

Philosoph und Lehrer

Konfuzius lebt fast zur gleichen Zeit wie die berühmten griechischen Philosophen um Sokrates. Aber seine Lehre unterscheidet sich in wichtigen Punkten. So beschäftigt er sich mit dem Alltag der Menschen.

Das zentrale Thema war die menschliche Ordnung, die seiner Meinung nach durch Achtung vor anderen Menschen erreichbar sei.

„Harmonie und Mitte, Gleichmut und Ausgeglichenheit“ galten ihm als erstrebenswert. „Ein Kind kann nichts für sein Gesicht, ein Erwachsener aber ist selbst verantwortlich für sein Aussehen!“ – den Weg hierzu sah Konfuzius vor allem in der Bildung.

Von Konfuzius selbst sind keine Schriften überliefert. Seine Lehren wurden erst ca. 100 Jahre später von seinen Anhängern niedergeschrieben.

Zu dieser Zeit war in China bereits die Wissenschaft des Gesichtlesen „Siang Mien“ ausgereift, allerdings als strenges Geheimnis gehütet. Das Wissen wurde über Generationen von Lehrmeistern an seine Schüler weiter gegeben. Dieses Wissen wurde in Schriften verewigt, was allerdings dem Kaiser ein Dorn im Auge war. So veranlasste er die Verbrennung der Niederschriften.

 

GRIECHENLAND // 460 v. Chr.

Die Griechen waren damals interessiert, die Persönlichkeit (Physiognomie) eines Menschen zu verstehen, aber auch die gesundheitlichen Themen (Antlitzdiagnostik) waren von großer Bedeutung. Leider blieb nur ein Teil des damaligen Wissens bis heute bestehen.

Arzt und Lehrer
Begründer der Pathophysiognomik
(griech. pathos = Leiden, physis = Körper, gnome = Kennzeichen)

Hippokrates von Kos, hinterfragte inneren Prozesse beim Menschen, in Kombination mit seinem Aussehen. Daraus entwickelte sich die Pathophysiognomik.

Außerdem schrieb er eine Abhandlung über seine Beobachtung im Gesicht, bei sterbenden und gestorbenen Menschen „Facies hippocratica“.

Hier noch in interessanter Beitrag „Zeichen des Lebens und des Todes in der Medizin des Mittelalters“, Quelle: Wissen aus dem Mittelalter

Platon und Aristoteles hatten ein tiefes Wissen über die menschlichen Natur gesammelt und beschäftigten sich mit dem Zusammenhang zwischen dem äußeren Erscheinungsbild und der Persönlichkeit eines Menschen. Aus dieser Zeit entstanden viele Aufzeichnungen.


Er war Schüler des Sokrates, dessen Denken und Methode er in vielen seiner Werke schilderte. Die Vielseitigkeit seiner Begabungen und die Originalität seiner wegweisenden Leistungen als Denker und Schriftsteller machten Platon zu einer der bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Geistesgeschichte. In der Metaphysik und Erkenntnistheorie, in der Ethik, Anthropologie, Staatstheorie, Kosmologie, Kunsttheorie und Sprachphilosophie setzte er Maßstäbe auch für diejenigen, die ihm – wie sein Schüler Aristoteles – in zentralen Fragen widersprachen.

Quelle: Wikipedia

Platon und Aristoteles hatten ein tiefes Wissen über die menschlichen Natur gesammelt und beschäftigten sich mit dem Zusammenhang zwischen dem äußeren Erscheinungsbild und der Persönlichkeit eines Menschen. Aus dieser Zeit entstanden viele Aufzeichnungen.

Als praktizierender Arzt übernahm er die Physiognomie von Aristoteles, die ihm auch 500 Jahre später noch sehr nützlich waren.

EUROPA // 1.400 – 1.900

Über die Griechen und die Römer gelangte das Gesichtlesen immer mehr in unseren Kulturkreis. Gerade Philosophen, Gelehrte und Heiler arbeiteten mit der Kunst des Gesichtlesen. Die Kirche sah diese Kunst allerdings als Hexerei und Magie an und veranlasste, die Verbrennung der Aufzeichnungen. Nur vereinzelte durften Menschen wie Hildegard von Bingen, ihrer Arbeit um zu Heilen nachgehen. Dann folgte ein fast 300 Jahre andauernden Bruch.

Im Zeitalter der Romantik erweckte die Physiognomik bei jungen Naturwissenschaftlern Interesse und auch in der damaligen Kunstszene war große Begeisterung entbrannt, so dass das Gesichtlesen wieder mehr an Bekanntheit erlangte. Zeitgleich entstand aber auch wieder immer mehr Kritik.

Auch bekannte Künstler der Renaissance, wie Leonardo da Vinci (1452 – 1519), Michelangelo Buonarroti (1475 – 1564) und Raffaello Santi (1483 – 1520), waren sehr an den Studien im Bezug auf das Gesichtlesen interessiert.

Gesichtlesen in den 20er und 30er Jahren fiel in die Zeit des Nationalsozialismus, somit verstärkte sich die Kritik und wurde von der Genetik abgelöst. Lange Zeit war die Erblehre, Eugenik und Rassenhygiene die rassistische Leitdisziplin.

Lediglich in Spanien, in den maurischen Universitäten, wurde Gesichtlesen weiterhin unterrichtet.

Benediktinerin, Äbtissin, Dichterin, Komponistin und eine bedeutende natur- und heilkundige Universalgelehrte

Im Mittelalter waren Hildegard von Bingen sowie Paracelsus der Auffassung, dass sich innere Zustände des Körpers auch im Außen spiegeln.

Der bekannte Spruch „die Augen sind das Tor zur Seele“ stammt von Hildegard von Bingen.

Sie hat das damalige Wissen über Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem der Volksmedizin und der deutschen Pflanzenkunde verbunden

Sie entwickelte ihre eigene Ansichten über die Entstehung von Krankheiten, Körperlichkeit und Sexualität.

Eigene medizinische Verfahren entwickelte sie nicht, sondern trug lediglich bereits bekannte Behandlungsmethoden aus verschiedenen Quellen zusammen.

Schweizer Arzt

Philippus Bombastus von Hohenheim, später bekannt als Paracelsus, entwickelt eine neue Art der Medizin basierend auf seiner Erkenntnis, dass der Zustand des inneren Körpers sichtbare Zeichen produziert, die sich auf dem äußeren Körper zeigen. Er diskutiert ebenfalls wie die Erscheinung einer Person direkt mit dem mentalen Befinden verbunden ist.

Heute wird seinen Namen mit Naturheilkunde, Spagyrik und ganzheitlicher Medizin in Verbindung gebracht.

Neapolitanischer Arzt
Universalgelehrter und Dramatiker

In seinem Werk „De Humana Physiognomonia“ geht vom ganzen Menschen und seinen nach außen gerichteten Organen aus. Seiner umfassenden Betrachtung von Mensch und Tier liegt eine enge Beziehung zwischen Seele und dem Körper zugrunde. Sein Werk gilt als wichtiges Fundament für die Entwicklung der Physiognomik und der Antlitzdiagnostik.

Deutscher Pfarrer
Physiognomik und Nächstenliebe

Der charismatische Pfarrer war damals eine anerkannte und geschätzte Persönlichkeit. Zu seinem Freundeskreis zählten Gelehrte, Staatsmänner, Schriftsteller, Fürsten, Ärzte und Künstler.

Sein Fokus lag auf der Nächstenliebe, was einen völlig neuen Aspekt in die Physiognomik mit sich brachte.

Mit seiner Schrift „Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe”  löste er einen regelrechten Hype aus.

Lavater galt als „Gefühlsphysiognom“ und war bekannt dafür, hohe Ansprüche bezüglich der Beobachtung und analytischen Wahrnehmung zu stellen.

Auch das vergleichende und logische Denken sowie das Gedächtnis waren ihm wichtig.

Deutscher Dichter und Naturforscher
Unterstützer der Physiognomik

Anfangs war Goethe als Kritiker bekannt, später allerdings vollendete er das Werk „Physiognomische Fragmente“ das vier Bände umfasste.

„Das Innere eines Menschen offenbart sich in seinem Äußeren” Johann Wolfgang von Goethe

Weitere bekannte Unterstützer der Physiognomik waren die Philosophen Leibnitz, Kant, Schopenhauer und Schelling, der Staatskanzler Hardenberg sowie der Arzt und Dichter Schiller.

In den Kreisen der Gelehrten war das Thema Physiognomik zur damaligen Zeit rege diskutiert.

Arzt und Forscher

Durch Franz Josef Gall geriet die Physiognomik leider in Verruf. Er nahm irrtümlicherweise an, dass Verbrecher an der Form ihres Schädels erkannt werden können.

Zuvor forschte er intensiv an der Verbindung zwischen dem Verhalten von Mördern und ihrer Körperform sowie ihrer Anatomie.

Deutscher Arzt (Gynäkologe, Anatom und Pathologe sowie königlicher Hofarzt), Maler und Naturphilosoph sowie Psychologe

Carl Gustaf Carus schaffte es mit dem „Goldenen Schnitt“ dass die Physiognomik leichter gelehrt werden konnte.

Er bezog sich auf die Symbolik des menschlichen Körpers und bezog die Körpermaße in seine physiognomischen Betrachtungen mit ein.

Homöopathischer Arzt
Begründer der „Biochemischen Heilweise“

Wilhelm Heinrich Schüßler, der ein umfangreiches Wissen über die Antlitzanalyse (Sonnerschau) besaß, begründete außerhalb der medizinischen Wissenschaft eine eigene Form der Therapie mit den sogen. „Schüssler-Salzen“ die in der Homöopathie weit verbreitet sind.

In über 30 umfangreichen Büchern machte er deutlich, dass Gesichter aussagen, wie es um den Bedarf an Mineralstoffen bestellt ist. Sein Hauptwerk ist das Buch „Menschenkenntnis, Körperformen und Gesichtsausdruckskunde“.

Begründer der Psycho-Physiognomik

Huter geht davon aus, dass Menschen im Gesicht, je nach Körperform und Ausdruckszonen einen gewissen Charakter mitbringen. Falten deuten beispielsweise auf den Lebenswandel und Erkrankungen hin. Ein besonderes Augenmerk legt er auf die Bildung von Glanz, Farbschattierungen und Verfärbungen im Gesicht. Er entwickelte eine verständliche Struktur, die bis heute angewendet wird.

AMERIKA //

Heutzutage werden in Nordamerika vor allem Ermittlungsbeamte geschult um Mikro-Expressionen beim Gegenüber deuten zu können.

In Südamerika liegt das Interesse vorzugsweise bei den Themen Liebe, Partnerschaft und Sexualität.

Dr. Ekman wurde vom TIME Magazine zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt ernannt und belegte den fünfzehnten Platz unter den einflussreichsten Psychologen des 21. Jahrhunderts.

Er ist der weltweite Experte für Täuschungserkennung, Mitentdecker von Mikroausdrücken und die Inspiration hinter der Erfolgsserie Lie to Me.


Was hat Paul Ekman entdeckt?
Er entdeckte, dass einige Gesichtsausdrücke von Emotionen universell sind, während viele der offensichtlichen Unterschiede in der Mimik zwischen den Kulturen auf den Kontext zurückzuführen waren. Er entdeckte auch Mikro-Gesichtsausdrücke mit.

Was ist Paul Ekmans Theorie?
Er theoretisierte, dass einige grundlegende menschliche Emotionen (Glück/Genuss, Traurigkeit, Wut, Angst, Überraschung, Ekel und Verachtung) angeboren sind und von allen geteilt werden und dass sie von universellen Gesichtsausdrücken über Kulturen hinweg begleitet werden.

AFRIKA //

In der Schrift der alten Ägypter, den Hieroglyphen, wurde das Gesichtlesen erwähnt – bereits der Pharao wurde gelesen.

Auf dem afrikanischen Kontinent kennt man viele Techniken, die allerdings nie schriftlich festgehalten wurden und von deren Bedeutung man nur annähernd weiß.

ASIEN //

In Indien gibt es Gesichtlese-Methoden aus der hinduistischen Tradition, die sich mit früheren Leben beschäftigen.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle die Palmblattbibliothek, sie beinhaltet Aufzeichnungen über unser persönliches Schicksal, von unserer Geburt an bis hin zum Tod.

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